Das Wandern ist des Pattys Lust...

Ich lebe noch! Hurraaaa! Der Muskelkater zeugt aber davon, dass die drei Tage zwischendurch doch "intensiv" waren...

Tag 1: Ratten und das Paradies

Was uns die lieben Herren vor der Buchung des Trips verschwiegen haben, ist der Start der Tour am 1. Tag: 01.00 Uhr! Mit dem local Bus gings 5 Stunden die Berge rauf - zwischenzeitlich auf 4000m - um zum Wanderstartpunkt zu gelangen. Fruehstueck in einem kleinen Dorf und dann ab in die Berge. Anfangs noch frohgelockt hat uns Aladin (unser Fuehrer) die natuerlichen Heilpflanzen beschrieben und uns (ziemlich erfolglos) versucht, Quechua - die Sprache der Inkas - beizubringen. Da wir uns die Namen der Pflanzen nicht merken konnten war die Antwort auf "What kind of flower is this?" jeweils (nicht mit wenig Stolz) "A yellow medical flower" :-)

Der Trip ging 5h lang den Berg runter... Also eigentlich nicht nur einen Berg sondern von einem Berg auf den anderen Berg und dann runter und dann hoch und dann wieder runter und dann geradeaus und... Irgendwann wars 1 Uhr mittags, die Hitze unausstehlich und ich k.o. Das letzte Stueck zur Oase hoch bin ich foermlich gekrochen. Ein Hoch auf meine beeindruckende Kondition... Aber es hat sich gelohnt, die Oase war ein Paradies!! Etwas erhoeht mit Blick auf den Rio de Colca und mit natuerlichen Sprudelquellen zum Baden. Ein Ort ohne Strom und kleinen Bambushuettchen zum Schlafen. Man meint, die Nacht muesste nach dem Trip erholsam gewesen sein doch weit gefehlt! Irgendwann wollte ich mich in der Nacht umdrehen und hoehre ein Gequitsche. Ich dreh mich weiter, wieder quitscht es! Also Taschenlampe raus und was huscht da weg? Genau, eine dicke fette Rate. Tja. Habe dann noch 2 - 3x versucht, das Ding im 10 Minuten Takt zu verscheuchen und schlussendlich den Kampf gegen die Natur aufgegeben. Soll sie doch auf meinem Bett schlafen...

Tag 2: Up to the top

Fruehstueck im Paradies und weiter gehts - lockere 3h den Berg hoch... und nur hoch - erbarmungslos ;-) Nach nur wenigen Tagen in der Hoehe kamen irgendwann dann doch die Atemprobleme dazu aber nach 3h (mir schien es einer Eeeewigkeit) waren wir on the top. Mit Sicht aufs Tal und Hochebenen und Oasen. Unglaublich schoen! Auf dem Weg nach oben sind wir an Bergdoerfern vorbeigeschlendert, haben Kaktusse bestaunt und Esel und Schafe passieren lassen. Und natuerlich liegt die Oase unten und der Gipfel oben - also nochmals 1.5h auf dem schmalen Pfad den Berg entlang und wieder runter. Diesmal war die Oase fast schon luxurioes mit grossem Pool und Garten zum Verweilen.

Aladin (eben, unser Guide) war sichtbar begeistert von uns zwei Chicas. Er hat uns jeden Wunsch erfuellt - sogar extra Blaetter fuer den Tee gesammelt obwohl eigentlich keiner vorgesehen war. In der Oase essen jeweils alle Touristen zusammen am gleichen Tisch und theoretisch auch alle das gleiche Menu. Aber Aladin hat fuer seine zwei chicas das Essen 2 Tage lang mitgetragen. Fuer uns gabs als einzige ein Tischtuch, eine andere Suppe, statt fader Spaghetti ein Stueck Alpaca Fleisch (fuer die Peruaner der Koenig unter dem Fleisch), ein Glas Wein (mit echtem Weinglas!!) und ein Dessert. Haha, die anderen Touristen haben anfangs noch gelacht aber spaetestens bei ihren faden Spaghettis angefangen, uns zu beneiden.

Tag 3: Maulesel beim Platzkampf

Morgens um 4 Uhr gings weiter - den Berg hoch. Ihr glaubt gar nicht, wiiiiiie hoch ein Berg sein kann! 5h Marsch oder (die feige aber durchaus abenteuerliche Variante) 2h Maulesel. Anfangs war mir doch etwas mulmig auf dem Ding. Es war stockdunkel, der Pfad schmal uns steinig, der Abgrund ziemlich beangstigend und die vier Maulesel mussten natuerlich - trotz Touristinnen auf dem Ruecken - Platzkaempfe ausfuehren. Mir ist das Herz ein paarmal in die Hosen gerutscht... Und dann laufen die im Dunklen auf den Abgrund zu, der Kopf haengt schon ueber den Pfad hinaus und dann erst drehen sie sich um die Kurve zu nehmen. Aber es ist unglaublich, wie die sich da hochkaempfen! Egal wie schmal und steinig, sie finden den Weg.

Oben angelangt gabs Fruehstuck und anschliessend war Condor gucken angesagt. Wir sind doch geschlagene 2h dort gesessen und es hat sich nur ein kleiner gezeigt! *buhuu* Dafuer hat uns Aladin einen gestrickten Fingerfigur-Condor geschenkt!

Zurueck im Hostel der grinsende zweite Fuehrer. Seine erste Frage: "Habt ihr den Maulesen genommen?" Er wusste genau, dass uns der letzte Aufstieg ziemlich schockt und hat ihn natuerlich beim Buchen nicht erwaehnt. Schlitzohr! Dafuer werden sie uns heute eine gratis Stadtfuehrung machen und wir kochen fuer sie Aelplermagronen. Und um es spannender zu gestalten, haben wir gestern Abend um die "Extras" gespielt (so eine Art "Meieren" mit Bluffen). Nach 2 Flaschen Wein, Panfloeten, Gitarren und Gesangseinlagen das Resultat: Sie bringen den Wein, muessen ein Dessert kochen und die Stadtfuehrung mit roter Nase durchfuehren. Die Maedels wiessen halt wie man zockt :-)

Pätty in Antwerpen

ein Semester in Belgien

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